Sänger und Texter Levin Knobel begann sein musikalische Laufbahn bei den Luzerner Singknaben. Als ihm sein Onkel jedoch an Weinachten 1994 eine elektrische Gitarre schenkte, gründete er mit seinen Freunden die Punkrock Band „Chicken Nuggets“. 1997 verlies Herr Knobel die Chicken Nuggets und gründete die Deutsch-Grunge-Band „Zeugen Utopias“. Mit ihnen veröffentlichte er drei Alben, mit denen sie sich auf ausgedehnte Tour durch Deutschland und die Schweiz begaben. Als er 2004 Patrick Kunz kennen lernte, waren die „Zeugen Utopias gerade in ihren letzten Zügen. Herr Kunz hatte früher Klavier gespielt und als Arrangeur bei verschiedenen Trance und French House-Projekten mitgewirkt. Ein Jahr später schloss er sein Studium als Informatik Ingenieur ab. Als Abschlussarbeit schrieb er ein Programm, das es ermöglicht, Musik schneller ab zu spielen, ohne dass sich die Tonhöhe verändert. Eigentlich suchten Patrick Kunz und sein Freund Sebastian Schmid für ihr gemeinsames Elektro-Projekt einen Gastsänger und fragten Levin Knobel an. Als Sebastian dann aber Hals über Kopf auswanderte, war „Kunz & Knobel“ geboren. In den Jahren bei den „Zeugen Utopias“ hatten sich bei Herr Knobel Songs angesammelt, die unter dem Einfluss von Künstlern wie: „The Notwist“, „Jay-Jay Johanson“ oder „Barbara Morgenstern“ entstanden waren und sich für Rockmusik nicht eigneten. Bald stellte sich heraus, dass Her Kunz ein Händchen dafür hat eben solche Songs zu arrangieren. Im April 2005 debütierten „Kunz & Knobel“ mit ihrem Album „Küchen“, stellten drei Live- Musiker an und spielten einige Konzerte in der Schweiz. Das Album erhielt durchwegs gute Rezensionen und war auch ein treuer Gast im Abendprogramm von DRS3. Als sie dann ein Jahr später versuchten, ein neues Album zu produzieren, waren sie mit keinem Synthesizer wirklich zufrieden. So programmierte Herr Kunz den „Kunz & Knobel-Synthesizer“ den man im Internet gratis herunterladen kann: http://kunz.corrupt.ch/?Products:VST_Real_Synth .Anfang 2008 war das Album „Lebensmittel“ im Kasten, bald darauf unterschrieben sie beim Label „Little-Jig“. Live sind „Kunz & Knobel“ ab Mai 08 als Duo zu erleben.
Sind Songs ein Lebensmittel?
„Küchen" hiess 2005 das erste Album von Kunz und Knobel, und es führte eindrucksvoll vor, dass deutsch gesungener Elektropop nicht zwingend aus Deutschland kommen muss (aber auch kann). Und weil eine Wohnung ausser einer Küche meistens auch andere Zimmer hat, machen sich die beiden Luzerner gleich daran, ein zweites Album aufzunehmen. Dazu brauchte man aber dann doch drei Jahre – die Wohnung schien grösser als erwartet –, und die herkömmlichen Synthies konnten die Ideen nicht adäquat vertonen, also baute sich Chefingenieur Patrick Kunz flugs einen eigenen, nannte ihn schlicht Kunz und Knobel Synthesizer und liess ihn auf der Website http://kunz.corrupt.ch/?Products:VST_Real_Synth vom Rest der Welt runterladen.
Und mit ihrem eigenen Synthie nahmen sie zehn Lieder auf, nannten die Platte „Lebensmittel" und warten nun auf die Kohle, die da reichlich fliessen soll, damit man die Wohnung grösser machen kann.
Die Lebensmitte ist auch nur ein „L" von Lebensmittel entfernt.
Man nähert sich den Dreissig, die Party geht langsam zu Ende, wann die nächste steigt, weiss man im Moment nicht, und die ersten Rechnungen müssen bezahlt werden. Das Leben hat sich eingependelt. Die Lebensmitte hat man zwar noch nicht erreicht, doch man riskiert schon mal einen Blick darauf. Voraussicht ist besser als Nachsicht. Obwohl man im Nachhinein meistens klüger ist, so hofft man jedenfalls hartnäckig.
Im Kino sehen die Vorschauen öfters besser aus als der dazugehörende Film. Texter und Sänger Levin Knobel weiss das auch:
„ich sag, das leben ist ein schlechter film. du sagst, wenigstens ein film."
Hoffnung besteht also. Auch wenn man in einer unaufgeregten Kleinstadt im Herzen der Schweiz lebt. Solche Orte liefern dafür tonnenweise Material für kurze, einprägsame Geschichten. Knobel hat die Augen und Ohren offen, derweil Patrick Kunz eingängigen Synthiepop und knackige Beats fabriziert. Tanzen oder zuhören. Oder beides. Die Traurigkeit ist vorbei.
„ich pflücke jetzt die trauben, die den regen brauchten, den ich einst besang."
Und sie kommt wieder. Die alte Geschichte. Doch das Glück schlägt zurück. Denn es ist verrückt. Aber nur ein bisschen.
„Lebensmittel" ist ruppiger und rasanter als der Vorgänger. Zehn Geschichten, zehn Elektropopperlen (drei Ps in einem Wort), zum Leben, übers Leben und für nach dem Leben.
„mach eine liste, schreib alles auf. mir hats geholfen, vielleicht hilfts dir auch."
Dass Kunz und Knobel ihre Musik und Texte auf Tonträger festgehalten haben, hilft zwar nicht der Welt, aber den anderen. Vielleicht verstehen wir das Leben dann ein wenig mehr. Zumindest uns selbst. Und dann versuchen wir, das Pendel wieder zum pendeln zu bringen. Weil leben zu verstehen, heisst es zu leben. Und wenn die Vorschau gut ist, wird der Film vielleicht auch gut.
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Bin gerade am runterladen des Download-Albums, vielen dank, und ich freue mich auf den nächsten Song!
Gruss
Jürg
hi :)
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daniela
jetzt nicht mehr... - so schnell verändert sich die welt ;-)
cheers